LG OLED CX im Test
Test LG OLED CX: Günstiger gibt es kein "Sehr gut"!
Foto: COMPUTER BILD
Uhr
Der LG OLED CX glänzte im Test von COMPUTER BILD in allen Disziplinen und erntete dafür ein "Sehr gut". Jetzt gibt es den OLED-TV 40 Prozent günstiger.
Testfazit
Testnote
1,4
sehr gut
Der LG OLED CX leistete sich im Test keine echte Schwäche, er ist in jeder Disziplin richtig gut: Die Ausstattung ist mit allen wichtigen Anschlüssen, USB-Aufnahmefunktion und großer App-Auswahl nahezu komplett, an die Bedienung gewöhnen sich Nutzer schnell. Der unverfälschte, klare Ton gefällt – und in puncto Bildqualität zählt der LG OLED CX zu den aktuell besten Fernsehern. Bislang einzigartig: Der Hersteller bietet den CX in gleich vier Bildschirmgrößen an. Im Test war der OLED 65CX9LA mit 164 Zentimeter großem Bildschirm.
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- Sehr gute Bildqualität, Farben und Kontrast perfekt
- Ordentlicher Ton
- Sehr gute App-Auswahl
- Gutes Bedienkonzept
Kontra
- Ausufernde Einstellmöglichkeiten
- Kein analoger Videoeingang
Überzeugende Bildqualität ist eine notwendige Voraussetzung für seine sehr gute Note im Fernsehertest von COMPUTER BILD. Die allein reicht aber noch lange nicht. Da muss zum Beispiel auch die Tonqualität stimmen. Bei der Ausstattung dürfen keine wichtigen Funktionen und keine wichtigen Anschlüsse fehlen. Und das Bedienkonzept muss überzeugen. Wenn ein Fernseher in all diesen Disziplinen glänzt, hat er Chancen auf die Bestnote. Das schaffen dementsprechend nur wenige Modelle. Müssen die zwangsläufig unbezahlbar sein? Nein! Das bewies der LG OLED CX im Test. Und der ist inzwischen noch mal deutlich im Preis gefallen.
Inhalt
LG OLED CX: So gut ist die Bildqualität
Mit 44 Prozent Anteil am Gesamtergebnis ist die Bildqualität die wichtigste Testdisziplin für Fernseher. Der LG OLED CX glänzt da dank seines hervorragenden OLED-Bildschirms mit UHD-Auflösung (3840x2160 Bildpunkte, "4K" genannt). Die OLED-Technik unterscheidet sich durch selbstleuchtende Bildpunkte von den gängigeren LCD- oder LED-Bildschirmen mit ihrer Durchlichttechnik. Selbstleuchtende Pixel bedeutet: Jeder einzelne der acht Millionen winzigen Bildpunkte auf dem Bildschirm eines OLED-Fernsehers lässt sich in der Helligkeit perfekt einstellen – bis hinab zu absolutem Schwarz: Da ist das Pixel einfach abgeschaltet. Auch die Differenzierung extrem dunkler Details gelang dem CX im Test sehr gut. Ebenso präzise erfolgt die Farbwiedergabe: 10 Milliarden Farbtöne kann der Bildschirm des LG OLED CX darstellen (10 Bit); auf der tiefschwarzen statt bei LCD-Fernsehern eher dunkelgrauen Grundfläche sehen die Farben besonders brillant aus. Daran ändert sich fast nichts, wenn Zuschauer schräg von der Seite auf den Bildschirm blicken. Selbst aus einem Betrachtungswinkel von 45 Grad ändern sich die Farben nur wenig.

Die Analyse-Software Portrait Calman attestiert dem LG OLED CX nahezu perfekte Farbtreue. (Die horizontalen Linien in der Mitte symbolisieren die Abweichungen bei den jeweiligen Farbtönen: Unter 1 sind sie nicht wahrnehmbar, unter 3 unkritisch.) Alle bei HDTV vorkommenden Farben (hell unterlegtes Dreieck rechts) trifft der Fernseher auch ohne individuelle Kalibrierung sehr gut.
Diese prinzipbedingten Stärken rundet LG mit erstklassiger Feinabstimmung und Videoverarbeitung ab: Der Fernseher ist ab Werk auf sehr natürliche Farbwiedergabe kalibriert – die im Test gemessenen Abweichungen von den Sollwerten waren rekordverdächtig gering (für Experten: Delta E 1,1). Den HDTV-Farbraum deckte das Gerät zu 100 Prozent ab. Von den in modernen Kinofilmen vorkommenden Farben (Farbraum DCI-P3) stellte es 97 Prozent dar – eine überragende Leistung. Bei der Maximalhelligkeit hält sich LG mit knapp 700 Candela pro Quadratmeter (Nits) zurück, vermutlich, um bei der Lebensdauer auf der sicheren Seite zu sein. Bei extrem kontraststarken Testbildern war ein leichtes Nachleuchten zu beobachten, dauerhafte Einbrenneffekte traten im harten Test jedoch nicht auf. Auch der Vorgänger OLED C9 zeigt nach über einem Jahr Dauereinsatz im Testbetrieb keinerlei Gebrauchsspuren. Klasse bei HDR-Wiedergabe: Der LG passte sämtliche Helligkeitsstufen stets sehr gut an die Möglichkeiten seines Bildschirms an. So blieb in überaus hellen wie in überaus dunklen Bildteilen immer die Durchzeichnung erhalten. Schon herkömmliche TV-Sendungen zeigte der OLED CX auffallend scharf und kontraststark, die Skalierung auf seine UHD-Auflösung gelang eine Spur knackiger als bei früheren Modellen.

Die beste Bildqualität erzielte der LG OLED CX im Test im Filmmaker Mode mit angehobener OLED-Helligkeit.
Einstelltipps: So zeigt der LG OLED CX das beste Bild
Die optimale Bildqualität kitzeln Sie aus dem LG OLED CX mit nur wenigen Einstellungen im Menü heraus. Beste Ausgangslage bietet der Filmmaker Mode. Dieser herstellerübergreifend konzipierte Bildmodus zielt auf eine möglichst unverfälschte Filmwiedergabe mit originalgetreuer Farb- und Lichtstimmung sowie ohne vermeintliche Bildverbesserer wie Nachschärfung. Der große Haken dabei: Der Filmmaker Mode ist auf die Arbeitsbedingungen der Filmschaffenden ausgelegt, die stundenlang im absolut finsteren Studio dicht vor den Bildschirmen hocken. Im Wohnzimmer ist diese Bildeinstellung viel zu dunkel, selbst am Abend. Daher sollten Nutzer die Einstellung OLED-Licht auf 80 hochdrehen und im Bildmenü die Option Energiesparen ausschalten. Der Stromverbrauch steigt dadurch um rund 30 Prozent auf gut 110 Watt. Für einen Fernseher dieser Größe und Qualitätsklasse ist das wohl verschmerzbar.
Im Filmmaker Mode fällt deutliches Bildruckeln auf, gerade bei Kinofilmen mit nur 24 Bildern pro Sekunde. Die wirken bei originalgetreuer Wiedergabe generell ruckelig, die ultrakurzen Schaltzeiten von OLED-Bildschirmen verstärken den Effekt. Daher empfiehlt es sich, in diesem Modus die Bewegungsglättung einzuschalten, LG nennt das True Motion. Die Einstellung Cinema Clear reduziert das Ruckeln, ohne den Kino-Look komplett zu glätten. Außerdem interpoliert sie komplexe Bildinhalte weniger, um störende Artefakte zu vermeiden.
Die Einstellung flüssig führt zu sehr geschmeidigen Bewegungen – das ist Geschmacksache. Mit OLED Motion Pro lässt sich die ohnehin gute Bewegungsschärfe weiter steigern. Allerdings kostet das bereits in der niedrigsten Stufe 20 Prozent Helligkeit, im Test blieb dies daher deaktiviert. Unter den Bildoptionen verspricht die Option Glatte Abstufung gleichmäßigere Farb- und Helligkeitsverläufe, in denen Filme produktionsbedingt oft unschöne Streifen zeigen (Banding). Im Test war jedoch keine nennenswerte Wirkung erkennbar, das funktionierte bei LG-OLED-TVs von 2019 besser. Mit aktiviertem Dyn. Tone Mapping kitzelt der Fernseher maximalen Kontrast aus allen HDR-Filmen, die Einstellung Größte Helligkeit auf mittlerer Stufe lässt weiße Bildteile bei Filmen und TV-Sendungen ohne HDR heller erstrahlen, die Bilder brillanter wirken.
Bild- und Ton-Tuning mit künstlicher Intelligenz
LG verspricht verbesserte Bild- und Tonqualität durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Die entsprechenden Einstellungen finden sich allerdings nicht unter den Menüpunkten Bild und Ton, sondern unter Allgemeine Einstellungen und AI-Dienst. Da sind vor allem zwei Optionen interessant: Die AI-Helligkeitssteuerung passt das Bild subtil an das Umgebungslicht an. Das verhindert einen zu grellen Bildeindruck in dunkler Umgebung und "abgesoffene" dunkle Bildpartien in heller Umgebung. An der generellen Lichtstimmung eines Films oder einer Serie ändert sich aber nichts, "Game of Thrones" etwa bleibt düster.
Zweite interessante Option ist die AI-Akustikabstimmung: Sie stimmt den Ton auf die jeweilige Raumakustik ab. Dazu gibt der Fernseher einen Testton wieder und das Mikrofon der Fernbedienung erfasst, ob der Klang zum Beispiel in einem karg eingerichteten Raum mit Fliesenboden zu hell wirkt oder in einer Regalwand zu dumpf. Anhand dieser Messung passt das Gerät die Klangeinstellung automatisch an. Im Test funktionierte das sehr gut. So erzielte der LG im Klangtest kein "Sehr gut", die Tonqualität ist jedoch überdurchschnittlich gut mit klarer Sprachwiedergabe.
Alle wichtigen Anschlüsse inklusive HDMI 2.1
Wenig zu meckern gibt es bei der Anschlussvielfalt. Einzig ein analoger Videoeingang für ältere Spielkonsolen oder Camcorder fehlt. HDMI-Eingänge sind gleich vier vorhanden, sämtliche wichtige Funktionen von HDMI 2.1 inklusive. So akzeptieren sie alle UHD-Bilder mit bis zu 120 Hertz. Einer der HDMI-Anschlüsse reicht den Ton an Soundbars und AV-Receiver weiter, mit Dolby Atmos (enhanced Audio Return Channel, eARC). Klasse für Gamer: Der LG OLED CX beherrscht variable Bildraten (Variable Refresh Rate, VRR), dafür ist er mit G-Sync und – nach Update – FreeSync kompatibel. Diese beiden Techniken von Nvidia beziehungsweise AMD gleichen permanent die Bildwiederholfrequenz an die Möglichkeiten der Grafikkarte an, um flüssige, aber nicht zerrissene Bilder zu garantieren. Die Bildverzögerung (Latenz) lag im Test im Spielmodus bei maximal 13 Millisekunden, das ist absolut unkritisch. Auf Wunsch wechselt der Fernseher automatisch in den Spielemodus (Auto Low Latency Mode, ALLM, bei LG heißt das "Instant Game Response"). Auf der TV-Rückseite finden sich drei USB-Anschlüsse zur Medienwiedergabe oder für TV-Aufnahmen. Die sind unabhängig vom laufenden Fernsehprogramm möglich, die eingebauten Empfänger für Kabel-TV, Satelliten-Empfang und für das Antennenfernsehen (DVB-T2) sind doppelt vorhanden (Twin-Triple-Tuner) – einer für den Bildschirm, einer für die Aufnahme. Eine Kopfhörerbuchse gibt es am LG ebenfalls, alternativ lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer koppeln.

Der LG OLED CX wartet mit vier HDMI-Eingängen auf – der Kopfhörerausgang ist auf der Rückseite jedoch schwer erreichbar.
Gute Vernetzung und die neuesten Apps
Apple-Nutzer freuen sich über die Möglichkeit, Videos und Fotos per AirPlay 2 auf den großen OLED-Bildschirm zu streamen. Der Fernseher ist HomeKit-kompatibel, sodass Sie ihn optional via Sprachassistenz Siri dirigieren und in automatische Routinen einbinden. Die App-Auswahl für den LG OLED CX lässt ebenfalls kaum Wünsche offen: Die Apple-TV-App bietet Zugang zur etwas öden Serienflatrate Apple TV+ des iPhone-Konzerns, aber auch zur umfassenden und vergleichsweise günstigen 4K-Videothek mit reichlich Blockbustern in toller Bildqualität. Die Apps von Amazon Prime Video und Netflix gibt es ohnehin, außerdem die von Disney+ und von Sportanbietern wie DAZN. Wenn Sie nach bestimmten Filmen, Serien oder Schauspielern suchen, versuchen Sie das auf Wunsch per Spracheingabe. Damit fördert der LG nicht wie andere nur Treffer bei YouTube zutage, sondern auch bei Amazon Prime, Disney+ und Netflix.

Der LG OLED CX lässt sich nach kurzer Eingewöhnung einfach bedienen, die Menüs sind weitgehend logisch und gut erklärt.
Bedienungsanleitung auf dem Bildschirm
Trotz der Funktionsfülle ist die Bedienung weitgehend unkompliziert. Voraussetzung ist, dass Sie sich mit der Fernbedienung arrangieren. Die reagiert auf Handbewegungen und steuert dementsprechend einen Mauszeiger über den Bildschirm. Mit etwas Übung gelingt die Navigation durch die Menüs schneller als mit einer konventionellen Fernbedienung und Pfeiltasten. Kurze Infotexte erläutern die Menüpunkte. Falls dennoch Fragen offenbleiben, ist die Bedienungsanleitung schnell parat: Ein Druck auf die Optionstaste (drei Punkte) öffnet ein Kontextmenü; dort lässt sich die Anleitung aufrufen – gleich mit dem passenden Kapitel. Von da geht es dank Verlinkung wieder zur gewünschten Stelle im TV-Menü. So kommt der LG OLED CX im Handhabungskapitel nah an das "Sehr gut" heran.
Testfazit: So unterscheiden sich CX9LA und CX8LB
Der LG OLED CX leistete sich im Test keine echte Schwäche, er ist in jeder Disziplin richtig gut: Die Ausstattung ist mit allen wichtigen Anschlüssen, USB-Aufnahmefunktion und großer App-Auswahl nahezu komplett, an die Bedienung gewöhnen sich Nutzer schnell. Der unverfälschte, klare Ton gefällt – und in puncto Bildqualität zählt der LG OLED CX zu den aktuell besten Fernsehern. Bislang einzigartig: Der Hersteller bietet den CX in gleich vier Bildschirmgrößen an. Im Test war der OLED 65CX9LA mit 164 Zentimeter großem Bildschirm. Zum Testzeitpunkt kostete der etwas über 3.000 Euro, inzwischen pendelt der Preis um 2.000 Euro.
Alternativ ist der größere OLED 77CX9LA mit 195 Zentimetern verfügbar. Da rutschte der Preis von anfänglich 4.500 Euro auf jetzt etwa 3.500 Euro. Der OLED 55CX9LA mit 140 Zentimetern ist inzwischen bereits für unter 1.400 Euro zu haben. Und wenn der Platz knapp ist: Alles über das kleinste Modell mit 121 Zentimetern Bilddiagonale erfahren Sie im gesonderten Test des LG OLED 48CX9LA. Ebenfalls in diesen vier Größen ist der LG OLED CX8LB verfügbar. Diese Modellreihe unterscheidet sich nur durch ihre helleren Füße von der CX9LA-Reihe.